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Sind wir süchtig nach Social Media?

 

Haben Sie jemals automatisch nach Ihrem Handy gegriffen, sobald sie eine Benachrichtigung gehört haben? Obwohl es keinen medizinisch anerkannten Begriff für die Social-Media-Sucht gibt, spüren wir alle ihren Einfluss auf uns.

 

Sind wir alle süchtig nach Social Media?

Es ist schwer zu sagen, ob man süchtig ist oder nicht, da Social Media zum festen Bestandteil unserer täglichen Routine geworden ist. Studien haben herausgefunden, dass es einfacher ist mit dem Rauchen aufzuhören, als die Angewohnheit zu unterbinden, in Momenten der Langeweile auf sein Handy zu schauen. Wenn Sie sich mit den folgenden Punkten identifizieren können, sind Sie möglicherweise doch abhängiger von den sozialen Medien als Sie dachten.

  • Wenn Sie in einem Restaurant sind, oder auf Reise, halten Sie häufiger an um Ihre Freunden anhand eines Bildes oder Tweets darüber zu informieren, wie toll doch Ihre Erfahrung ist.
  • Während des Lernens oder der Arbeitszeit, nehmen Sie sich eben eine Pause um die neusten Updates auf Facebook und Instagram zu überprüfen.
  • Ihre Social-Media-Abhängigkeit beeinflusst Ihre Beziehung, denn anstatt sich anständig mit Ihren Lieben zu unterhalten, stecken Sie öfter mal in der virtuellen Welt fest.
  • Sie schreiben mehr mit Ihren Freunden, als sich mit ihnen zu unterhalten.
  • Sie checken oftmals Ihre sozialen Median, aus purer Langeweile.

 

Unser Gehirn ist schuld

Die sozialen Medien spielen mit zwei bestimmten Faktoren. Einer davon ist, dass sich unser Gehirn nach ständiger Stimulation sehnt - egal ob es ein Meme oder ein Nachrichtenartikel über die globale Klimaerwärmung ist. Dies setzt Dopamin frei, eine Chemikalie, die Ihnen Freude durch sofortige Befriedigung vermittelt. Es wird frei, wenn Sie nur durch Ihren Feed blättern, oder aber auch wenn Sie Googeln und eine sofortige Antwort erhalten. Unser Gehirn sehnt sich nach kontinuierlicher Unterhaltung, die so direkt online verfügbar ist.

Der zweite Faktor ist, dass Leute gerne über sich selber sprechen. Fast 80% unserer Social Media Beiträge handeln von uns selbst. Selbstdarstellung aktiviert genau die selben Bereiche im Gehirn wie leckeres Essen oder Sex. Studien zeigen, dass Menschen noch lieber über sich selbst reden, wenn Sie wissen, dass Sie Publikum haben. Mit Social Media ist das einfacher als zuvor und man kann mit vielen Menschen gleichzeitig sprechen.

 

Abschalten 101

Sollten Sie sich dazu entscheiden weniger Zeit im Internet zu verbringen, gibt es hier einige Tipps, die den Übergang erleichtern können.

  1. Stellen Sie die Benachrichtigungen aus. Je weniger Sie den Auslösern ausgesetzt sind, desto leichter ist es Widerstand zu leisten.
  2. Geben Sie sich einen bestimmten Zeitrahmen zum bewussten Abschalten. Hören Sie auf Ihr Handy eine Stunde vor dem Schlafengehen zu überprüfen und probieren Sie mal ein telefonfreies Wochenende aus.
  3. Wählen Sie eine bestimmte Zeit für Social Media. Es ist nicht nötig, direkt alle Konten zu löschen und so eine abrupte Änderung vorzunehmen, wenn man daran gewöhnt ist Stunden auf Facebook zu verbringen.
  4. Wählen Sie stattdessen eine bestimmte Uhrzeit (z.B. nach dem Mittagessen), zu der Sie Updates auf Ihren sozialen Medien überprüfen können, ohne Ihren normalen Aufgaben im Weg zu stehen.

Abschalten kann Ihre Lebensqualität erhöhen, aber sind Sie dazu bereit?